CRASH TOKIO

Das ist es: Popmusik aus Deutschland.
Was man derzeit damit verbindet, muss nicht lang bequatscht und breit getreten werden. Deutsch gesungen wird dort, logo. Siehe übliche Verdächtige.
CRASH TOKIO ist Popmusik aus Deutschland – die Sprache ist allerdings die universelle der Popkultur, Englisch, of course. Auch auf ihrem zweiten Album „HEADS, WE’RE DANCING“.

Die Band besteht etwa seit dem Jahr 2000 – rechtzeitig zur Veröffentlichung der Debut EP „WE LOVE YOU NO MORE“ auf Blickpunkt Pop im selben Jahr musste ein Name her und per Mehrheitsvotum wurden die Band-intern beliebten Worte „Crash“ und „Tokio“ dafür ausgesucht.

Zuvor aber schon – nämlich seit Schulzeiten – spielten Sänger Pese, Bassistin Nina Kränsel und Gitarrist Hase Höfer in Bands und Projekten zusammen, wohnten zusammen, arbeiteten zusammen und fanden immer schon, dass intensive Freundschaft einer Band mehr als gut tut.

Rechtzeitig zum neuen Jahrtausend kam Schlagzeuger Seppes hinzu und komplettierte CRASH TOKIO. Während das Debüt vor Anfangszwanziger-Melancholie strotze, wurde dann 2004 beim ersten Album „WE ARE PLASTIC“ der Spaß am Herumrocken befriedigt – der auf dem Hamburger Label Tapete erschienene Longplayer wurde in München aufgenommen, in Deutschland von oben nach unten und von links nach rechts dem Publikum vorgespielt und außerdem in Radios und Wohnzimmern in Österreich, Frankreich, Italien (ein Fan mit tollem Nachnamen schreibt entzückende und beharrliche Emails), in Mexiko (wo der Bruder der Bassistin lebt und seine Lieblings-CDs der Familie seiner Frau vorspielt) und in einer Strandbar in Ecuador (wie Lilli, Peses Ex-Freundin fassungslos berichtete – sie war tatsächlich live dabei und hatte nichts damit zu tun!) aufgelegt.

Im September 2006 erscheint das zweite Album der Münchner. „HEADS, WE’RE DANCING“ entstand seit dem Herbst 2005 aber zuallererst in den Köpfen der Band: Wenn möglich, wünschten die vier, sollte das nächste Album wie eine Mischung aus New Order, Duran Duran, der Steve Miller Band und Disco klingen.

Die Band warf die eingefahrenen Praktiken des Songs-im-Proberaum-machen mit kompletter Mannschaft an den Instrumenten erstmal über Bord – allein schon aus praktischen Gründen, denn die Enge des unbelüftbaren Bandraumes provozierte zuweilen eher Anschuldigungen und Wutausbrüche als brauchbare Melodien. Dazu kommt die hohe Rückfallquote in die Rocksucht, was man unbedingt umgehen wollte.

Nach Sitzung um Sitzung an Hases Rechner, dem Proberaum-Computer, nach Küchen-Proben mit kleinen Drumcomputern in Peses und Ninas Küche ließ sich Song um Song zusammenschrauben. „Kann man das machen?“ fragten sich verschiedene Köpfe und Münder, die Schultern aber zuckten, weil die Hüften und Füße uneingeschränkt ja sagten.

Mit 10 Songs fuhren CRASH TOKIO dann nach Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart ins Easy Life Chart Hits Studio zu Thomas Hahn und Bernhard „Böni“ Hahn.
Thomas Hahn, dessen eigene Band JETTISON schon immer durch extrem poppige und discophile Arrangements auffiel und mit cooler Elektronik brillierte, dabei aber immer an der Koordinate Gitarrenband festhielt, teilte sich mit seinem Studiokollegen den Produzentenstuhl. Namedropping1 nebenbei: Das E.L.C.H.-Studio war Homebase für diverse PUR-Alben, was goldene an der Wand bestätigen. Glam-und-Erfolgs-Faktor. Aber auch THE ROBOCOP KRAUS nahmen dort „Tiger“ auf, was für street credibility und wiederum Glamour bürgt.

CRASH TOKIO arbeitete sich mit Hahn und Hahn durch die mitgebrachten Vorproduktionen – und los ging’s mit noch viel vehementerem Arrangieren und Schrauben als zu Hause an den Rechnern. Gegenseitiges Befeuern auf der Suche nach dem richtigen Synth, der coolsten Rhodes-Linie, dem Korg-MS 10 - Sound oder der kickensten Basslinie ließ das Zubettgehen jeden Tag weiter nach hinten wandern. Zudem sah sich die Band damit konfrontiert, die eigenen Songs teilweise zum allerersten Mal zusammen zu spielen – was fantastischer Weise immer Spaß bedeutete und nur selten Stress.

Hahn und Hahn an den Reglern war also das goldrichtige Kreativ-Ventil, Stuttgart die ideale Stadt zum Abhängen zwischen den Aufnahmesessions: Pese fand die Liebe dort und CRASH TOKIO einen extrem tighten Mitmusiker. Thomas Hahn wurde mit Bitten bestürmt, die Band live zu unterstützen – was er erfreulich prompt zusagte.

Ein weiteres neues Live-Mitglied der CRASH TOKIO-Familie ist Red, Sänger der Band MISSOURI, der auf „HEADS, WE’RE DANCING“ Tasteninstrumente beisteuerte und, soweit die Band-Organisationen es zulassen, sich auch gern mit in den Bandbus setzt.

HEADS, WE’RE DANCING2 ist live wie auf Platte eine Sache, die der Band extrem Spaß macht. Die Stücke klingen weitaus erwachsener als ältere CRASH TOKIO-Songs – Instrumentierung, Arrangements und Gesang lehnen sich gern in Richtung Disco. Streicher sind willkommen, Synthie-Flächen und Arpeggios ebenso. Dramatik kann passieren. Und getanzt muss werden.


CRASH TOKIO
Pese – Gesang, Gitarre
Nina Kränsel – Bass, Keyboards, Gesang
Hase Höfer – Gitarre, Programmierungen
Seppes – Schlagzeug

Live-Unterstützung von
Thomas Hahn – Gitarre, Percussion, Gesang
Red – Microkorg, Rhodes, Gesang

Crash Tokio wird unterstützt von